Wirtschaftsumfeld –  8. Jul. 2002
Auftragseingang der deutschen Industrie steigt im Mai,

und zwar ganz beachtlich um 3,1%, meldet das Statistische Bundesamt. Der Aufwärtstrend dieses wichtigen Frühindikators ist nach vielen wenig fundierten Hoffnungssignalen endlich mal ein harter Aufschwung-Fakt. Natürlich nicht ohne dass die Experten gleich wieder Wasser in den Wein zu gießen wissen: Die Entwicklung sei durch ausländische Großaufträge überzeichnet und werde im Juni wohl wieder korrigiert werden. Tatsächlich ist es ein Schwachpunkt, dass der Nachfrageanstieg immer noch überwiegend aus dem Exportbereich kommt, was vor dem Hintergrund der aktuellen US-Konjunkturprobleme und der Dollarschwäche nicht ohne Risiko ist. Dennoch: Nach dreimaliger Steigerung der Auftragszahlen in Folge gibt es jetzt eine gute und vor allem eine durch Fakten gestützte Ausgangsbasis für die wirtschaftliche Entwicklung in der zweiten Jahreshälfte. ©LangendorfsDienst …

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Profi-Hilfe –  8. Jul. 2002
Grundwerk der Branchenstatistik

Die 50. Ausgabe des Jahrbuchs Buch und Buchhhandel in Zahlen hat der Börsenverein jetzt auf seiner Wirtschaftspressekonferenz vorgestellt. Zum Jubiläum hat die Buchhändler-Vereinigung dem Standardwerk der Branchenstatistik einen moderneren Umschlag und einen neuen Text verpasst. Das Grundgerüst der verfügbaren daten und leider auch das Erscheinungsbil dder tabellen blieben noch unverändert, sollen aber in der nächsten Ausgabe etwas vom Schwung des gegenerellen Relaunches im Buchhändlerhaus (Generationswechsel, VlB, Börsenblatt) mit abbekommen. Buch und Buhchandel in Zahlen, 110 Seiten, broschiert, Buchhändler-Vereinigung, 34,80 € …

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Prognosen –  4. Jul. 2002
BAG schiebt die Aufschwungprognose

Frühestens im 4.Quartal werde es in den Einzelhandelsumsätzen den ersehnten Aufschwung geben, erklärte der Handelsverband BAG in seiner Jahrespressekonferenz. In den ersten drei Monaten ist der Umsatz nach BAG-Erkenntnisse um nominal 2,8% und real um 4,5% gesunken, im 2.Quartal sah es kaum besser aus. Besonders Anbieter für den langfrstigen Bedarf wie Textil-, Möbel- und Haushaltswarengeschäfte sind von der Flaute betroffen. Immer mehr Geschäfte sind in ihrer Existenz gefährdet: Im 1.Halbjahr hat sich die Zahl der Einzelhandels-Insolvenzen gegenüber dem Vorjahr um 39% erhöht, in den neuen Bundesländern sogar um 57%. Der Anteil des Einzelhandels an den gesamten Insolvenzen lag bei 22,8%. ©LangendorfsDienst …

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Meldungen –  4. Jul. 2002
Heymanns Verlag hat Zeiser & Reß übernommen

und baut damit seinen Buchhandels-Arm weiter aus. Die Nürnberger Sortimentsbuchhandlung Zeiser hatte angesichts der verschärften Konkurrenzsituation Anfang der 90er ihren innerstädtischen Standort aufgegeben und sich zusammen mit Reß ganz auf Fachbuch RWS konzentriert, als eine der ältesten noch bestehenden deutschen Buchhandlungen übrigens. Der bisherige Inhaber Otto Zeiser wird die Buchhandlung als Betriebsstätte der Carl Heymanns Verlag Beteiligungs- und Verwaltungsgesellschaft weier führen. Mit Zeiser & Reß verfügt der juristische Fachverlag Heymanns jetzt über acht Buchhandlungen in Nürnberg, Frankfurt (Kerst, Deutsch, Bockenheimer, Hector), Dortmund (Dreist), Duisburg (Braunsche) und Erlangen (Merkel). Die Wettbewerber C.H.Beck (Schweitzer-Buchhandelsgruppe mit 22 Buchhandlungen in 13 Städten) und Dr.Otto Schmidt (Sack Mediengruppe mit 9 Buchhandlungen in 7 Städten) verfügen ebenfalls über stärker werdende Fachbuchhandels-Ketten. ©LangendorfsDienst …

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Wirtschaftsumfeld –  4. Jul. 2002
Weniger Gewerbean- und abmeldungen

Noch werden in Deutschland mehr Gewerbe an- als abgemeldet, aber der Zuwachs schmilzt dahin. Nach Zahlen des Statistischen Bundesamts gab es im 1.Quiartal 2002 195.000 Gewerbeanmeldungen und 180.000 Abmeldungen. Bei den Anmeldungen war das ein Rückgang gegenüber dem Vorjahr um 5,8%, Abmeldungen waren 3,4% weniger. Stärker rückläufig als im Durchschnitt war die Zahl der Anmeldungen von Unternehmen mit größerer wirtschaftlicher Subastanz, die Anmeldung von Kleinunternehmen gund Nebenerwerben ging nur unterdurchschnittlich zurück. Alles kein Aufbruchzeichen, oder? ©LangendorfsDienst …

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Wirtschaftsumfeld –  4. Jul. 2002
Der Einzelhandelsumsatz soll im 2.Quartal gewachsen sein,

teilt die Bundesbank mit. Das muss allerdings mit dem Bereinigungsverfahren zu tun haben, denn aus den Bekundungen des Buch- und sonstigen Einzelhandels selbst ist (ausser bei den Discountern) nichts dergleichen zu vernehmen. Nach der Bundesbank-Statistik lag aber der reale Einzelhandelsumsatz im April/Mai um 1,9% über dem Durchschnitt des 1.Quartals. Räusper: Nach Bereinigung der Zahlen, wohlgemerkt. Die privaten Konsumausgaben sieht die Bundesbankstatistik im 2.Quartal gegenüber dem ersten um etwa ein halbes Prozent steigen. Im Jahresvergleich sieht freilich auch die Bundesbank noch immer ein Minus (Mai 2,6% verkaufstagsbereinigt). Die Bundesbank rechnet aber auch im Jahresvergleich für das zweite Halbjahr mit wieder steigenden Handelsumsätzen. Der Grund: Die hohen Lohnabschlüsse und der (Anm.: höchst überraschende) Anstieg der Verbraucherstimmung (siehe Klima). Waretn wirs ab: Die Beobachtungen zum Q2 können jedenfalls die wenigsten Buchhändler teilen. Der April war mies, der Mai noch mieser und für den Juni zeichnet sich eher noch eine weitere Steigerung nach unten ab. Auch die BAG, die der Einzelhandelsbasis jedenfalls näher steht als die Bundesbank, hat ihre Prognose für den Aufschwung schon verschoben (siehe Prognose). ©LangendorfsDienst …

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Konsumklima –  4. Jul. 2002
Das Konsumklima soll im Juni gestiegen sein

Das icon-Institut meldet wacker einen Anstieg des Konsumklima-Index Deutschland um drei Punkte auf 92 im Juni. Das ist zwar immer noch deutlich im pessimistischen Bereich, aber eben besser als vorher. So sind inzwischen mehr Deutsche als in den Vormonaten der Meinung, ein steigendes Einkommen erwarten zu können. Eine Minderheit, aber eben eine stärker werdende, glaubt jetzt an eine Konjunkturerholung und an mehr Sicherheit bei den Arbeitsplätzen. Räusper: An den Buchumsätzen haben es sich die Leute im Juni offenbar nicht anmerken lassen, dass sie besserer Laune sind, aber sogar das hat seine Logik (siehe Kommentar). …

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Meldungen –  3. Jul. 2002
Frühaufsteher-Rabatt kriegt juristischen Segen

In zweiter Instanz hat der Kaufhof vom Oberlandesgericht Köln doch noch bescheinigt bekommen, dass sein Frühaufsteher-Rabatt rechtens ist. Kaufhof hatte am 28.Januar im Winterschlussverkauf denen, die zwischen 8 und 10 Uhr morgens einkauften, auf die schon herabgesetzten Artikel weitere 10% nachgelassen. Anders als die erste Instanz sah das OLG Köln darin kein übertriebenes Anlocken. Räusper: Die Grenze der tolerierten Preisaktionen (die nach Wegfall des Rabattgesetzes immer noch vom UWG begrenzt werden) weicht langsam auf, es ist damit zu rechnen, dass ein Preisklima entsteht, in dem der Ausnahmecharakter der Buchpreisbindung deutlicher als bisher zutage tritt. Jetzt gilt es konstruktiv zu diskutieren, ob die Branche dieses Thema niedrig halten sollte oder ob es möglich ist, diese Entwicklung öffentlich sogar positiv umzusetzen. ©LangendorfsDienst …

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Meldungen –  3. Jul. 2002
Die Kunden knausern auch bei Lebensmitteln und Textil.

Das lässt sich an eindrucksvollen Zahlen belegen. So haben die Lebensmittel-Discounter in den ersten fünf Monaten dieses Jahres ganz gegen den Trend 10% mehr Umsatz gemacht als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Die Folge: Ihr Marktanteil stieg von 30 auf 33%, jeder dritte Euro für Lebensmittel wird also inzwischen schon in einem Discountgeschäft ausgegeben. Bei Textilien fällt das Sparen offenbar auch leicht. Nach einer von Rheintextil veröffentlichten Studie sind drei Viertel der Bevölkerung von sich selbst der Meinung, Kleidung weniger spontan einzukaufen als in früheren Jahren. Die Folge: Im Jahr 2001 war der Umsatz der Textilbranche in Gesamtdeutschland kleiner als 1989, also vor der Wiedervereinigung, in Westdeutschland allein. ©LangendorfsDienst …

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Meldungen –  3. Jul. 2002
Der britische BOL mutiert zum Buchclub

Die Zeiten sind schwer, auch für Online-Buchhandlungen. Das spürt derzeit der britischen Ableger von BOL, der jetzt vom Online-Buchhändler in einen Buchclub verwandelt und damit ganz in die Gruppe der bisher 23 britischen Bertelsmann-Buchclubs integriert wird. Die Titelzahl schrumpft damit von über einer Million auf weniger als 10.000 zusammen. Der Club wird nur online arbeiten und auf die offiziellen Bestseller-Listenpreise 60% Rabatt geben. Hoch gehts her: Erst vor sechs Wochen hatte BOL UK mit Jeremy Collingwood einen neuen Managing Director eingesetzt, dessen Position jetzt schon wieder in Frage steht, meldet der Bookseller. Die Buchclub-Strategie gilt übrigens nur für den britischen BOL, die noch existierenden internationalen Schwestern bleiben richtige Online-Vollbuchhändler. Bisher jedenfalls. ©LangendorfsDienst …

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