Konsumklima – 30. Jul. 2002
Jetzt wird's aber doch ernst mit dem US-Konsumklima,

nachdem die Experten gerade erst das Warnsignal von der Universität Michigan (siehe nachfolgende Meldung) noch auf die leichte Schulter zu nehmen versuchten. Jetzt aber ist der Index Verbrauchervertrauen des Instituts Conference Board von 106,4 Punkten im Juni gleich auf 97,1 im Juli abgestürzt. Die Konjunkturbeobachter hatten einen weit weniger starken Rückgang erwartet. Im Mai hatte der Index noch bei 110.3 gestenden. Die überraschede Kehrwende der sonst so optimistischen Amerikaner spiegelt deren immensen Vertrauensverlust selbst gegenüber Großunternehmen wider und damit zugleich die Sorge vieler Arbeitnehmer und Aktionäre, finanziell künftig Abstriche machen zu müssen. Ein Klima, das für den Konsum, bisher tragende Säule der US-Konjunktur, nicht schlechter sein könnte. Die Börsen in USA und Europa reagierten gestern nachmittag schon empfindlich auf die Nachricht. …

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Meldungen – 29. Jul. 2002
Amazon zieht in England die Daumenschrauben an

bei den Konditionen, meldet der Bookseller. In der jüngsten Gesprächsrunde mit großen Verlagen ging es um Konditionen, Werbezuschüsse und mehr, die Forderungen sollen sich auf Barsortiments-Niveau summieren. Amazons Argument: Einige Handelsbeziehungen stammten aus Zeiten, als Amazon noch ein sehr kleines Unternehmen war. Heute sei Amazon UK der drittgrößte britische Buchhändler nach W H Smith und Waterstones. Nicht genug Grund für Großverlage. Deren Konsequenz: Headline, Macmillan und Time Warner Books UK beliefern Amazon nicht mehr, der Online-Händler kauft derzeit über den Großhandel. Harper Collins verhandelt noch, nur Penguin soll neu abgeschlossen haben. ©LangendorfsDienst …

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Wirtschaftsumfeld – 29. Jul. 2002
Einzelhandelstarif spielt sich auf 3,1% ein,

jedenfalls in Baden-Württemberg und im Saarland, deren am Wochenende abgeschlossene Tarife bundesweit ähnlich aussehen werden. Danach gibt es für die Monate April bis Juli einmal 180 ¬ (Vollzeit), ab August für zwölf Monate 3,1% Gehalt mehr. Aber woher die Gehaltssteigerung bezahlen? Aus Umsatzsteigerungen sicherlich nicht, auch in der nächsten Zukunft nicht. Konsequenz: Die weitere Ausdünnung des Personalstands droht. ©LangendorfsDienst …

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Wirtschaftsumfeld – 29. Jul. 2002
DIW hält Lohnabschlüsse für konjunkturgerecht

Auf einem stabilitätsgerechten Pfad sieht das DIW (Berlin) die Lohnabschlüsse dann, wenn sie (mit Nebenkosten) nicht mit einer höheren Rate steigen als der Summe aus Inflationszielwert und Steigerung der Durchschnittsproduktivität. Den Inflationszielwert nimmt das Institut (zugegeben vorsichtig) bei 1,5%, die Produktivitätssteigerung langfristig (also ohne Berücksichtigung der momentanen Konjunkturflaute) mit knapp 2,5%, so dass der Richtwert für Deutschland bei knapp 4% liegt und die diesjährigen Lohnabschlüsse insofern als stabilitätsgerecht bezeichnet werden können. Räusper: Die Konjunkturschwäche des laufenden Jahres, in dem diese Lohnabschlüsse statt fanden und noch finden, ist nun allerdings nicht einfach weg zu diskutieren. Mit seiner Einschätzung dürfte das gewerkschaftsnahe Institut deshalb unter den Konjunkturforschern in der Minderheit sein. ©LangendorfsDienst …

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Konsumklima – 29. Jul. 2002
US-Verbrauchervertrauen sinkt im Juli,

dennoch herrscht keine Panik bei den Konjunkturexperten. Zwar hat die University of Michigan ihren viel bachteten Index im Juli von 92,4 auf 88,1 Punkte spürbar zurück nehmen müssen, doch sehen die Volkswirte ein gutes Zeichen darin, dass der Index am Ende wieder anzog. Die Stimmung der US-Konsumenten ist einer der wichtigsten Gradmesser für die Beurteilung der US-Konjunktur. Sie muss sich gegenwärtig gegen die Stressfaktoren unsichere Arbeitsplätze, hohe Verschuldung von Privaten und Unternehmen (bei drohenden Zinssteigerungen) sowie Vermögenseinbußen durch sinkende Aktienkurse behaupten. …

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Meldungen – 26. Jul. 2002
buch.de bleibt dabei: BreakEven in Q4

Der Online-Buchhändler buch.de AG, verlängerter Internet-Arm der Thalia-Gruppe, hat trotz allgemeiner Konsumflaute und Bücherkundenflucht seinen Umsatz im ersten Halbjahr gegen Vorjahr um 31% auf 6,9 Mio ¬ gesteigert. Die voll konsolidierte Schweizer Tochter buch.ch schreibt nach Angaben des Unternehmens sogar schon schwarze Zahlen. Im ersten Halbjahr ist es gelungen, die Rohertragsquote nach 34,1% vor einem Jahr auf jetzt 39,7% zu steigern und zugleich die betrieblichen Aufwendungen von 4,0 auf 3,7 Mio ¬ zu reduzieren. Damit ist buch.de zwar immer noch im Verlust, aber mit einem EBIT von -0,9 Mio ¬ weit weniger als im 1.Hj 2001 (-2,2 Mio ¬). Das Unternehmen hält am Ziel fest, im Weihnachtsquartal dieses Jahres den Break Even zu erreichen. ©LangendorfsDienst …

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Meldungen – 26. Jul. 2002
US-Buchhandel nochmal leicht im Plus

Im Mai haben die amerikanischen Buchhändler in den USA wieder ein leichtes Umsatzplus von 0,8% vorgelegt. Nach den 0,9% vom April stabilisiert sich jetzt die Jahresrate bei +6,8%, nachdem sie durch einen Superzuwachs im Januar und zwei folgende Minusmonate etwas durcheinander geraten war. Immerhin: 6,8% plus sind ja wirklich was, allerdings lassen die jüngsten Konjunkturnachrichten von drüben wohl erwarten, dass sich die zukünftige Umsatzentwicklung eher auf dem Niveau von April und Mai weiter bewegen wird. ©LangendorfsDienst …

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Meldungen – 26. Jul. 2002
BBE sagt "ja, aber..." zum neuen Basel II

Die Modifikationen an den neuen Kreditrichtlinien, von den Verbänden im ersten Moment als Durchbruch für den Mittelstand gefeiert (siehe Meldung vom 5.7.), treffen beim HDE-nahen Beratungsunternehmen BBE doch auf etwas mehr Skepsis und den Beratern bleibt ein ein "schaler Nachgeschmack". Denn alles deutet darauf hin, dass es bei den strengen und, wie der Mittelstand befürchten, schematischen Kreditprüfungen bleibt. Als wichtigste Kriterien nennt BBE die EK-Quote, Finanz-, Vermögens,- Ertrags-, Cashflow-Rate, Managementqualität, Markt- und Branchensituation, geklärte Unternehmensnachfolge, keine Kontoüberziehungen (siehe auch Archiv Dokumentation: Was Banken gerne sehen). ©LangendorfsDienst …

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Wirtschaftsumfeld – 26. Jul. 2002
Weniger Aufträge für US-Industrie

In das wieder skeptischer werdende Bild von der US-Konjunktur passt die Meldung, dass die Aufträge für langlebige Industriegüter von Mai auf Juni um 3,8% weniger geworden sind. Praktisch nur die Rüstungsindustrie verzeichnet im Moment steigende Auftragseingänge. Aber halt: Diese Zahl ist sehr schwankungsanfällig, aus einem Monatswert lässt sich nicht gleich die Grabrede auf den US-Aufschwung formulieren. ©LangendorfsDienst …

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Wirtschaftsumfeld – 26. Jul. 2002
Drucker hat's auch erwischt

im Jahr 2001, da gingen nämlich erstmals seit 1997 die Umsätze der deutschen Druckindustrie (1909 Betriebe mit mehr als 20 Beschäftigten) um 2,8% auf 17,2 Mrd. Euro herunter, meldet der bvdm. Preisbereinigt betrug der Rückgang sogar 3,7%, die Druckpreise müssen also 2001 gestiegen sein. Fast zwei Drittel des Umsatzes entfallen auf Werbeträger (Zeitungen, Zeitschriften, Kataloge etc.), deren Umsatz aber um 5,1% zurück ging. Bücher spielen nur eine untergeordnete Rolle, dafür war die Produktion von Büchern gegen den Trend "schwach aufwärts gerichtet". Die Investitionen der Druckindustrie sind 2001 gegenüber 2000 um ca. 7% zurück gegangen. Die Skepsis ist auch gegenüber dem weiteren Verlauf 2002 spürbar, die Druckbetriebe erwarten eine Stagnation auf gesunkenem Niveau. Der Stimmungsindex Druck ist leicht gestiegen, weil der Pessimismus über die weitere konjunkturelle Entwicklung zuletzt nachgelassen hat. Denn für 2003 erwarten die Drucker wiederein Plus bei Umsatz, Produktion und Erträgen. Langfristig ist ihnen sowieso nicht bange beim Gedanken an die Medienkonkurrenz, weil, wie es Verbandspräsident Alexander Schorsch formulierte, "Kommunikation über elektronische und digitale Medien nicht erfolgreich ist, wenn sie nicht durch Printprodukte unterstützt wird". Zwei Drittel der Druckunternehmer sehen sich in fünf Jahren als "crossmedialer Dienstleister", das verbleibende Drittel will sich voll auf das Kerngeschäft Druck konzentrieren. ©LangendorfsDienst …

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