LANGENDORFS DIENST - Leichter führen im Buchhandel



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Energie kaufen ist im Moment günstig: Die Preise sinken das dritte Mal in Folge.

Die heutigen Themen:

  • Inflationsrate stagniert auf niedrigem Niveau
  • Weihnachten: Kunden wollen Bücher überwiegend stationär kaufen
  • Energieeffizienz: Läden investieren eher in langfristige Projekte
  • LDs Sortimenter-Ticker: Filiale 71
    • Eppingen: Osiander-Eröffnung hat noch zum Weihnachtsgeschäft geklappt 
    • Würzburg: Aus für Buchhandlung am Dom 
    • Ursula Rosengart: Eine Marke in der Marke nimmt Abschied 
  • Tipp des Tages: Noch schnell Kilifü bestellen

Ihr
Matthias Koeffler
Krefeld, den 28.11.2019

Nächste Aktualisierung: Freitag, ca. 14:00 Uhr

 


 

Inflationsrate stagniert auf niedrigem Niveau

Die Verbraucherpreise sind voraussichtlich im November auf dem Vormonatsniveau gestiegen. Das gibt das Statistische Bundesamt heute bekannt.

Demnach betrage die Inflationsrate plus 1,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dies ist weiter der niedrigste Wert in diesem Jahr. Bis Oktober war ein bisheriges Jahresmittel von plus 1,5 Prozent aufgelaufen. Das könnte jetzt unterboten werden.

Grund ist, dass die Energiepreise sich noch einmal kräftig verbilligt haben (minus 3,7 Prozent). Die größten Preisanstiege gab es bei Dienstleistungen (plus 1,8 Prozent). Waren blieben quasi auf Vorjahressniveau (plus 0,1 Prozent).

Destatis

 


 

Weihnachten: Kunden wollen Bücher überwiegend stationär kaufen

Alljährlich veröffentlichen die großen Beratungsfirmen wie Ernst & Young (EY) die Umfragen zum Weihnachtsgeschäft. Natürlich versucht man abzuschätzen, ob die wichtigste Zeit des Jahres die Erlöse rausreißt. Wir nehmen es dieses Jahr mal locker und schauen uns an, was Mut macht. Und da gibt es etwas.

Nach der aktuellen Umfrage von Ernst & Young ist in keiner Branche der Anteil der Kundinnen und Kunden, die das Weihnachtsgeschenk im Fachgeschäft kaufen wollen, so hoch wie bei Büchern. 49 Prozent wollen demnach den Lesegenuss für die Lieben in der Buchhandlung erwerben.

Am nächsten heran kommen noch Schmuck (41 Prozent), Kosmetika (41 Prozent) und Unterhaltungselektronik (36 Prozent).

Noch nicht einmal eingerechnet sind Einkaufszentren, hier werden sich noch einmal 11 Prozent ihr Buch besorgen, und das Kaufhaus besuchen noch einmal 11 Prozent. Alles in allem kaufen also 71 Prozent stationär ein.

Es bleiben 26 Prozent, die sich das Buch via Online-Handel zuschicken lassen. Aber das sollte nicht allzu sehr betrüben. 5 bis 10 Prozent Anteil daran hat ja inzwischen auch das stationäre Sortiment.

Bücher stehen damit erst auf Platz 5 der am häufigsten online eingekauften Waren und Dienstleistungen. Darüber finden sich Reisen (58 Prozent), Events (47 Prozent), Unterhaltungselektronik (37 Prozent) und Spielwaren (27 Prozent).

EY

 


 

Energieeffizienz: Läden investieren eher in langfristige Projekte

Der Stromverbrauch pro Quadratmeter Verkaufsfläche pro Jahr sinkt bei den Food-Handelsketten kontinuierlich und ist bei den Non-Food Ketten stabil. Das ist das Ergebnis der Studie „Energiemanagement im Einzelhandel 2019“, die das EHI Retail Institut vorgestellt hat.

Demnach musste der Nonfood-Handel 2018 durchschnittlich 18,53 Euro pro Quadratmeter Verkaufsfläche für Stromkosten aufbringen, 0,71 Euro weniger als im Vorjahr, heißt es in der Pressemitteilung.

Non-Food-Ketten können trotz höherer Anforderungen an die Warenpräsentation ihr Vorjahresverbrauchsniveau von 103 kWh/Qm Verkaufsfläche halten, so der EHI. Beim Textil- Schuh- und Sportfachhandel sind es 143 kWh/Qm. Im Food-Bereich entfallen 79 Prozent der gesamten Energiekosten auf elektrischen Strom und 21 Prozent auf Wärmeenergie.

Klassischer Weise fallen Investitionen im Non-Food-Handel in Energieeffizienz eher geringer aus. Aber auch hier gilt: „Insgesamt geht die Tendenz aber weiterhin in Richtung einer Ausweitung von Amortisationszeiten um langfristigere bzw. nachhaltigere Investitionen tätigen zu können“, heißt es.

EHI

 


 

LDs Sortimenter-Ticker: Filiale 71

Eppingen: Osiander-Eröffnung hat noch zum Weihnachtsgeschäft geklappt 

Osiander geht in Eppingen doch noch mit dem Weihnachtsgeschäft an den Start. Am kommenden Samstag sollen sich die Türen in der Brettener Straße 4-6 zur 71. Filiale des Unternehmens aus dem Südwesten öffnen. Entgegen der Ankündigung hat sich die Eröffnung um fast zwei Monate verzögert; ursprünglich sollten bereits am 1. Oktober Kundinnen und Kunden in den Laden strömen. 150.000 Euro hatten die Tübinger für den Umbau eingeplant. Mit-Inhaber Christian Riethmüller sieht in der 20.000-Einwohnerstadt noch Bedarf für eine weitere Buchhandlung, heißt es in der Pressemitteilung. Nach uns vorliegenden Informationen soll der Laden eine Fläche von 150 Quadratmetern haben. Bisher ist in Eppingen die Buchhandlung Holl & Knoll auf 100 Quadratmetern (laut Heilbronner Stimme) Marktführer. Nach früheren Berichten hatte Inhaber Karl Knoll ein Zusammengehen abgelehnt. Beide Buchhandlungen sind etwa 30 Meter voneinander entfernt. „Wir freuen uns riesig auf Eppingen, vor allem, weil Eppingen eine wunderschöne Altstadt hat, mitten im Osiander-Gebiet liegt, und weil wir mit den Standorten in Heilbronn und Bretten in der Region unseren Auftritt festigen und die Marke Osiander bekannter machen können“, so Riethmüller. 

Osiander 

Würzburg: Aus für Buchhandlung am Dom 

Die Buchhandlung am Dom in Würzburg wird nicht weitergeführt. Das meldet jetzt das Online-Portal des Bistums. Ab 1. Januar 2020 werden sich die Türen der christlichen Fachbuchhandlung nicht mehr öffnen. Allein will Inhaberin Susanne Kern den Laden nicht weiterführen, begründet sie diesen Schritt. Ihre Eltern Sophie und Joachim Kern, die den Laden bisher geführt haben, werden dann in den Ruhestand gehen. Seit 1975 ist der Laden in Familienbesitz. „Wir haben die Entscheidung zu dritt gefällt. Dieser Schritt ist uns nicht leichtgefallen und wir haben lange darüber nachgedacht, bis der Entschluss feststand“, sagt Susanne Kern dem Bistumsportal. Seit ihrem 16. Lebensjahr habe sie im Sortiment gearbeitet. 

BW 

Ursula Rosengart: Eine Marke in der Marke nimmt Abschied 

Es war schon ein Messe-Gerücht: Eine Buchhändlerin und engagierte Verlegerin verlässt die Branche: Ursula Rosengart, bisher Geschäftsführerin des GABAL-Verlags, will sich zum 1. Januar in den Ruhestand verabschieden. „Wenn ich noch etwas von der Welt sehen möchte, dann muss ich das jetzt tun“, gibt sie zu Protokoll. „Sie hat zunächst als Vertriebsleiterin, dann ab 2001 als Geschäftsführerin entscheidend dazu beigetragen, dass der GABAL-Verlag heute eine feste Größe im Wirtschaftsbuchmarkt ist“, heißt es lobend aus Offenbach. Das ist ein Understatement, wie das Wirtschaftsbuchverlage so tun. Was Rosengart angepackt hat, hat sie mit Leidenschaft gemacht. So hat sie Sortimenters ungeliebtes Kind „Wirtschaftsbuch“ diesem immer wieder in die Arme gelegt und das Fläschchen zubereitet. Dafür hat sie den Achter-Club vorangetrieben, mit dem Buchhändlerinnen und Buchhändler einst in der Beratung zum Wirtschaftsbuch gestärkt wurden – mit Zertifikat. Sie hat Wirtschaftsbuchverlage zusammengebracht, die im harten Wettbewerb gegeneinander standen. Weil sie ein Miteinander immer besser fand. Bekannt war sie dafür, dass sie kein Blatt vor den Mund genommen hat. Ratschläge gab es auch ungefragt. Das tat sie aber vor allem, weil sie nicht zusehen konnte, wenn Umsatzchancen liegengelassen wurden. Dann haute sie Sätze raus wie: „Es darf verkäuferisch schon etwas mehr sein“. Sie durfte das, weil sie zum einen selbst in der Buchhandlung Leuwer ihrer Heimatstadt gelernt und dann 18 Jahre im Buchhandel, vor allem bei Montanus, um Umsätze gekämpft hat, bis sie ihre erste Stelle als Vertriebsleiterin antrat. Und zum anderen: Sie hat GABAL nicht nur zur Marke aufgebaut. Die Chefin mit immer unterschiedlich bunt lackierten Fingernägeln war selbst eine Marke in der Marke. Bisher verschwand sie immer schon im Sommer auf Fernreise, aber erst „wenn die Kataloge gedruckt sind und im Verlag vorübergehend Ruhe einkehrt ist“, wie sie mal sagte. Und doch meldete sie sich aus irgendeinem asiatischen Land dann vom iPad. Verlag first war bisher ihr Lebensmotto. Dass das nun anders werden soll, lässt sich kaum vorstellen. Aber auch im Umschalten war Rosengart immer schnell. Wir wünschen ihr alles Gute. Das wünschen wir auch der Nachfolgerin Bettina Schmidt. Die 54-jährige Diplomkauffrau, Medien- und Marketing-Managerin übernimmt zum 1. Januar 2020 die Geschäftsführung. Sie wird uns sicher verzeihen, dass wir sie nicht als erstes erwähnt haben, da sie jetzt die Zukunft gestaltet. Rosengarts besonderes Engagement für den Buchhandel und die einzigartige vertriebliche Denke dieser Verlegerin mussten einfach gewürdigt werden. 

GABAL

Was gibt es bei Ihnen Neues? Schreiben Sie an briefe@langendorfs-dienst.de.

LD

 


 

Tipp des Tages: Noch schnell Kilifü bestellen

Es gibt einen Kinder- und Jugendbuchkatalog, der sich immer größerer Beliebtheit erfreut. Nicht zuletzt, weil er auch von Buchhändlerinnen und Buchhändlern kommt. Zum achten Mal ist jetzt der Kilifü erschienen, den die Agentur Erste Liga, an der der Essener Buchhändler Thomas Schmitz beteiligt ist, gestaltet hat. In diesem Jahr nutzten 15 Buchhandlungen die Möglichkeit, dem Kilifü ein eigenes Gesicht zu geben, bilanziert Schmitz. Ab einer Auflage von 1000 Exemplaren sei die eigene Gestaltung der vier Umschlagseiten eine lohnende Sache, empfiehlt er. Der Ladenpreis für den Kilifü beträgt zwar 7,90 Euro. Doch für Buchhändlerinnen und Buchhändler, die ihn als Werbemittel einsetzen möchten, gibt es attraktive Staffelpreise ab 99 Cent. In einer Auflage von 50.000 Exemplaren ist der Kilifü inzwischen Arbeitsmittel für Buchhändlerinnen und Buchhändler, für Bibliothekarinnen und Bibliothekare, sowie Werbemittel für Kinder- und Jugendbuchkundinnen und -kunden gleichermaßen. Das 200-Seiten starke Lese- und Nachschlagewerk beinhaltet gut 300 Buchbesprechungen. Wenn Sie also noch vor Weihnachten ein attraktives Werbemittel suchen, melden Sie sich entweder unter info@ersteliga.de. Oder Sie bestellen bei KNV Zeitfracht. Ein Online-Formular gibt es auch:

LD

 


 

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