Prognosen –  5. Sep. 2002
Frühindikator: Hoffnungen schmelzen zusammen

Der Handelsblatt-Frühindikator ist im September von 1,4% auf 1,2% gesunken. Es ist der dritte Rückgang in Folge. Die in diesen Indikator eingehenden Datenreihen zeigen, dass vor allem die schwache Inlandskonjunktur zu dem Rückgang beiträgt, insbesondere der Einzelhandel, dessen Umsatz im Juni gegen Vorjahr um 1,7% und im 2.Quartal um 3% zurück gegangen ist. Die Hoffnung auf einen Anlauf im zweiten Halbjahr für den in 2003 erwarteten Aufschwung erweist sich also auch nach diesen Zahlen als verfrüht. …

Mehr

Meldungen –  5. Sep. 2002
Hätten Sie's gedacht? Die Kids lesen noch!

Das jedenfalls hat die KidsVerbraucherAnalyse 2002 herausgefunden, mit der die Verlage Egmont Ehapa, Axel Springer und Bauer Anzeigenkunden krallen wollen. Dazu wurden im April knapp 2000 Jungen und Mädchen von 6 bis 13 Jahren befragt, woraus sich folgendes hochrechnen ließ: Die 6,4 Millionen deutschen Kids dieser Altersgruppe verfügen über eine Kaufkraft von 5,1 Mrd Euro, 3% mehr als im Vorjahr, aller Konjunkturschwäche zum Trotz. Und: Die Mädchen und Jungs geben ihr Geld zwar vor allem für Süßigkeiten aus, dann folgen aber schon Zeitschriften, Zeitungen und Bücher. Das Leseverhalten der 6- bis 13jährigen soll sich gegenüber dem Vorjahr weiter positiv entwickelt haben. …

Mehr

Meldungen –  5. Sep. 2002
Bertelsmann: Weniger Umsatz, mehr Gewinn

Im ersten Halbjahr ist der Umsatz des Bertelsmann-Konzerns gegenüber dem Vorjahr um 5% auf 8,83 Mrd Euro zurück gegangen. Der operative Gewinn stieg dagegen von minus 884 Mio Euro auf plus 157 Mio Euro, der Jahresüberschuss sogar von 577 Mio Euro auf 1,63 Mrd Euro. Dass sich Vorstandschef Thomas Middelhoff mit einem so schönen Ergebnis verabschiedet, verdankt er freilich in erster Linie dem Verkauf der letzten AOL-Tranche, der 2,8 Mrd Euro in die Kasse spülte. Diese Quelle ist damit aber versiegt. Im Gegenteil, Bertelsmann wird vielleicht nicht umhin können, aufgrund eines Uralt-Vertrags das Musiklabel Zomba (Britney Spears) für 3 Milliarden Dollar (!) zu kaufen. Der Umsatzeinbruch ist vor allem auf den schwachen Werbemarkt zurück zu führen. Dennoch haben die TV-Sparte (RTL) und die Zeitschriften (G+J) kräftig zum Ergebnis beigetragen. Auch die Buchverlage Random House und der Fachverlag BertelsmannSpringer hätten Gewinn gemacht, meldet Bertelsmann. …

Mehr

Meldungen –  5. Sep. 2002
Dauerthema BOL-Verkauf

Nach und nach zeichnet sich ab, wie sich die neue Bertelsmann-Führung die Trennung vom Online-Buchhandel BOL vorstellt. Danach sollen die Firmen in Deutschland und den Niederlanden verkauft werden, mit Amazon habe es schon Gespräche gegeben. Die als Joint Venture betriebenen BOL-Firmen in Italien und China sollen dagegen bleiben, ebenso wie barnesandnoble.com, an dem Bertelsmann mit gut einem Drittel beteiligt ist. Die deutsche BOL-Tochter, deren genauen Umsatz immer noch keiner nennt (es waren letztes Jahr rund 30 Mio Euro) soll zuletzt 15 Mio Euro Verlust gemacht haben. …

Mehr

Meldungen –  5. Sep. 2002
WHSmith zeigt Heimstärke

Der führende britische Buch- und Zeitschriftenhändler WH Smith erwartet von seinem Ende August beendeten Geschäftsjahr, dass der Umsatz im Heimatland leicht zurück gegangen ist, der Vorsteuergewinn aber dank verbesserter Margen dennoch auf 115 bis 125 Mio Pfund (rund 180 Mio Euro) steigt, meldet der Bookseller. Sorgen bereitet das US-Geschäft: Vor allem die US-Hotelbuchhandlungen laufen schlecht, und trotz der Erholung der Flughafenbuchhandlungen wird in den USA ein Verlust von 19 Mio Pfund erwartet. WHSmith ist eins der führenden Einzelhandelsunternehmen in UK und hat weltweit 1500 Geschäfte in 14 Ländern mit über 30.000 Mitarbeitern. …

Mehr

Meldungen –  5. Sep. 2002
Tipp des Tages: Basel II

Diese Richtlinie schreibt den Banken vor, ab 2006 nur noch Kredite an Firmen zu geben, die sich einem Rating (Risikoprüfung) durch die Bank oder eine Agentur unterzogen haben. Die Reaktion des Mittelstands reicht von Desinteresse bis Angst und Schrecken. Ganz falsch, sagen die Unternehmensberater des TÜV Süddeutschland: Wer sich heute schon auf 2006 vorbereitet, brauche sich vor dem Rating nicht zu fürchten. Die Sorge des Unternehmers sollte nicht dem Rating, sondern dem Wohlbefinden der Firma gelten. Die Berater haben dazu einen Leitfaden "Zukunftsinitiative Mittelstand - Rating als Chance" verfasst, den Sie kostenlos und ohne Registrierung unter "Aktuelles" von der TÜV-Süd-Homepage laden können. …

Mehr

Wirtschaftsumfeld –  5. Sep. 2002
Einzelhandel schwächelt in fast ganz Europa

Im Juni hat der Einzelhandel in der Eurozone 0,9% weniger umgesetzt als im Vorjahr, meldet Eurostat. Der Halbjahresumsatz liegt damit aber immerhin noch 0,8% über dem Vergleichswert 2001. Besonders konsumstreikfreudig zeigten sich natürlich wieder mal die deutschen Konsumenten, die im sechsten Monat des Jahres das sechste Minus hinterließen, diesmal deftige -5,7%, das schlechteste Juni-Länderergebnis der Euro-Länder. Abgehärteter waren die Konsumenten in Spanien, Finnland, Schweden und UK: Die brachten ihren Einzelhändlern im Juni einen Zuwachs von 4% und mehr und hatten allesamt auch schon im ganzen ersten Halbjahr gesteigerte Kauflaune. …

Mehr

Wirtschaftsumfeld –  5. Sep. 2002
Arbeitslosigkeit in Europa steigt nicht mehr,

sinkt aber auch nicht. Das zeigen die Zahlen von Eurostat, nach denen im Juli die Arbeitslosenquote in der Eurozone wie im Juni bei 8,3% lag, in den 15 EU-Ländern gleichbleibend bei 7,7%. In Deutschland blieb die Quote mit 8,3% ebenfalls gleich. Die höchste Arbeitslosigkeit hat weiter Spanien mit 11,3%, hier stand der Pegel aber vor ein paar Jahren schon mal über 20%. Wenig Arbeitslose gab es in Luxemburg (2,4%) und den Niederlanden (2,8%), aber auch bei unseren Nachbarn in Österreich lag die Arbeitslosenquote im Juli nur halb so hoch (4,1% ) wie bei uns. …

Mehr

Meldungen –  4. Sep. 2002
BBE sagt "ja, aber..." zum neuen Basel II

Die Modifikationen an den neuen Kreditrichtlinien, von den Verbänden im ersten Moment als Durchbruch für den Mittelstand gefeiert (siehe Meldung vom 5.7.), treffen beim HDE-nahen Beratungsunternehmen BBE doch auf etwas mehr Skepsis und den Beratern bleibt ein ein "schaler Nachgeschmack". Denn alles deutet darauf hin, dass es bei den strengen und, wie der Mittelstand befürchten, schematischen Kreditprüfungen bleibt. Als wichtigste Kriterien nennt BBE die EK-Quote, Finanz-, Vermögens,- Ertrags-, Cashflow-Rate, Managementqualität, Markt- und Branchensituation, geklärte Unternehmensnachfolge, keine Kontoüberziehungen (siehe auch Archiv Dokumentation: Was Banken gerne sehen). ©LangendorfsDienst …

Mehr

Meldungen –  4. Sep. 2002
Tatsächlich: Bertelsmann will BOL verkaufen

Die Absicht, den Online-Buchhändler Bol zu verkaufen (siehe gestrige Meldung), bestätigte jetzt ein Bertelsmann-Sprecher. Als Kaufinteressent kommt Amazon in Frage. Bol hat im Geschäftsjahr 2000/01 weltweit 94 Mio Euro Umsatz mit 200 Mitarbeitern gemacht, zum jetzigen Bol-Reich zählen noch 140. Schon im Juli kam aus UK die Meldung, dass der dortige Bol-Ableger zum Buchclub mutieren und in die 23 britischen Bertelsmann-Buchclubs integriert werden soll. Auch die Bol-Töchter in Frankreich und in Spanien ereilte das frühe Aus. Daneben gibt es jetzt noch Töchter in den Niederlanden, Schweden, Italien und China, alles aus der Zeit, als Bol noch ein weltweit operierender Online-Warenhaus-Player werden sollte. …

Mehr