15. Apr. 2019
Kein Blutbad – Bericht von der Criminale

 

Vom 10. bis zum 13. April fand, diesmal in Aachen, die vom Syndikat veranstaltete Criminale statt, das alljährliche Treffen durchsprachiger Krimi-Autorinnen und -autoren. Die Mischung aus Kongress und Krimifestival bietet seit mehr als 30 Jahren eine Gelegenheit zum intensiven Austausch und zu Fortbildungen. Außerdem werden die Krimipreise des Syndikats verliehen.

LD-Mitarbeiterin Petra Samani war dabei und sie berichtet erleichtert: Trotz der Menge krimineller Superhirne fand kein Blutvergießen statt.

 

Die Krimi-Preise, die das Syndikat alljährlich verleiht, sind offiziell nach Friedrich Glauser benannt, einem der Urväter des deutschen Krimis. Intern werden sie allerdings „die Fritzen“ genannt. Es gibt den Großen Fritz, das ist der Romanpreis, den Kleinen Fritz, das ist der Kurzkrimi-Preis, und der Ehrenglauser - das ist der Alte Fritz... Schließlich wird damit das Lebenswerk geehrt, da hat die oder der Geehrte zumeist schon einige Jahre auf dem Buckel.

 

Aber was genau treibt die Autorinnen und Autoren aus Deutschland, Österreich und der Schweiz denn nun dazu, alljährlich in einen Ort einzufallen und diesen zu einem kriminellen Zentrum zu machen? Was lernt man denn nun eigentlich auf den Fortbildungen der Criminale? Sehr viel Nützliches für das Schreibhandwerk etwa, es gab zum Beispiel Vorträge zu den Themen Verlagsverträge, Finanzamt, Gift, BKA, Gerichtsgutachten und Selfpublishing. In Workshops wurde an der Bühnenpräsenz und an der Stimme bei Lesungen gefeilt, an Plots gearbeitet und mit Stöcken und Messern gekämpft. Es wurden Schlösser geknackt und Yogaübungen erlernt.

 

Und es wurden die (sehr individuellen) 10 Gebote des Krimischreibens erstellt:

 

1. Es geht auch anders

2. Mit einem neuen Buch immer am Dienstagmorgen anfangen

3. Wo tut´s weh?

4. Auch literarische Figuren müssen mal aufs Klo

5. Den Plot immer in der Dusche laut vorsingen

6. Helden weg

7. Regieanweisungen weglassen

8. Sich als Schreibende nicht zu ernst nehmen

9. Spät rein in die Szene, früh raus

10. Zeige Demut

 

Natürlich wurde auch getanzt und gefeiert. Dabei gibt es in der Branche eigentlich nicht mehr so viel zu feiern, angesichts der Urheberrechtsverletzungen, der zu niedrigen Honorare und Verdienstmöglichkeiten. Zum Beispiel werden Lesungen viel zu schlecht vergütet. Es wäre also schön, in die Gespräche zwischen Verlagen und Buchhandlungen auch die Autorinnen und Autoren einzubeziehen, wenn es um Lesungshonorare geht.

 

Im kommenden Jahr hat übrigens Hannover den Mut, die Criminale zu beherbergen.

 

Sie sehen nur die Spitze des Eisbergs ...

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