Wirtschaftsumfeld – 21. Aug. 2002
Euro-Produktion weiter unter Vorjahr

Die Industrieproduktion ist in der Eurozone im Juli zwar gegenüber Juni um 0,5% gestiegen, lag aber damit immer noch um 1,2% unter der des Vorjahres. Das hat Eurostat ermittelt. Bei Konsumgütern lag die Steigerung gegenüber Vormonat bei nur 0,2% und damit 0,5% unter Vorjahr. In Deutschland stieg die Produktion gegenüber Juni zwar um 1,7%, hat damit aber nur gerade mal die zwei vorhergehenden Minusmonate wieder aufgeholt. Gegenüber dem Vorjahr liegt die Produktion in Deutschland um 1,9% niedriger. Das wäre also weiter unter EU-Durchschnitt, lässt sich aber auch als Fortschritt interpretieren, denn in den ersten Monaten dieses Jahres war die deutsche Industrieproduktion sogar noch um mehr als 4% unter Vorjahr geblieben. Fazit: Den Aufschwung zu konkretisieren bedarf es schon einigen guten Willens. ©LangendorfsDienst …

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Wirtschaftsumfeld – 21. Aug. 2002
Auch Direktwerber spüren die Flaute

Das hat Emnid für den Direktmarketingverband DDV ermittelt, meldet Horizont. Danach sind im ersten Halbjahr bei je etwa einem Drittel der 251 befragten Direktmarketingunternehmen die Umsätze zurück gegangen, gleich geblieben oder gestiegen. Angesichts der Konsumkrise eigentlich noch eine glimpfliche Entwicklung. Zumal die Versender der vielen schönen bunten Werbebriefe vom zweiten Halbjahr schon wieder mehr erwarten: 42% rechnen mit steigenden Umsätzen, nur 19% mit nachlassenden. ©LangendorfsDienst …

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Prognosen – 20. Aug. 2002
Bankenverband: Kein Wachstumstreiber in Sicht

Die Konjunkturerholung im Euro-Raum kommt nicht so voran, wie man sich das im Frühjahr noch gedacht hatte. Diese Einschätzung verbreitet der Bundesverband Deutscher Banken in seinem neuen Konjunkturbericht. Im Euro-Raum soll das Wachstum im 2.Quartal gegenüber dem Vorjahr stagnieren, auch für das 3.Quartal wird kein Zuwachs mehr erwartet. Für das Gesamtjahr rechnen die Bänker mit einem Wirtschaftswachstum von 1% im Euro-Raum. Ein Abgleiten der Euro-Konjunktur in die Rezession sei allerdings nicht zu befürchten. Für Deutschland erwartet der Bankenverband eine Fortsetzung der konjunkturellen Erholung, die aber im weiteren Jahresverlauf kaum noch an Dynamik gewinnen dürfte. Die Wachstumsprognose für Deutschland setzt der Verband deshalb von 1% auf 0,5% zurück. Bedenklich für den Konsum: Nach dieser Vorhersage wird die Arbeitslosigkeit mindestens bis zum Jahresende weiter steigen. ©LangendorfsDienst …

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Prognosen – 20. Aug. 2002
Auch das RWI wird skeptischer

Die Wachstumsprognosen für die deutsche Wirtschaft hat das RWI zurück genommen. Für 2002 erwartet das Essener Institut noch 0,6 bis 0,7% Wirtschaftswachstum, für das kommende Jahr 1,8% bis 2,2%. ©LangendorfsDienst …

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Meldungen – 20. Aug. 2002
Umfrage des Monats: Bessere Kundenstimmung ist Realität

Die von gleich zwei Instituten etwas überraschend gemeldete Besserung der Kundenstimmung ist kein statistischer Ausraster, sondern in vielen Buchhandlungen durch die Realität bestätigt. Das hat die allererste LD-Umfrage des Monats ergeben. In ausschweifende Konsumlust droht die Entwicklung aber noch nicht gleich umzuschlagen. Zumal jetzt erst einmal die direkten und indirekten Folgen der Flutkatastrophe in Rechnung zu stellen sind. Details aus der LD-Umfrage des Monats August auf der Seite Umfrage. ©LangendorfsDienst …

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Meldungen – 20. Aug. 2002
Primus-Online wechselt den Besitzer,

bleibt aber in der Familie. Die Metro verkauft seine Beteiligung an Primus-Online, weil dieses Unternehmen sich zu einem eigenständigen Online-Versender entwickelt hat. Das passte nicht mehr ins Konzept, weil die Metro ihre E-Commerce-Strategie ganz in den Dienst der Stärkung des eigenen stationären Geschäfts stellt. Der Käufer ist aber kein Fremder: Die Beisheim Holding des Metro-Gründers Otto Beisheim, der schon bisher knapp die Hälfte der Unternehmensanteile an Primus online hielt und jetzt der allein dominierende Gesellschafter wird. Die Beisheim Holding hält zahlreiche Beteiligungen im E-Business und soll den Einstieg bei Primus online als Finanzanlage betrachten. Primus Online ist seit Übernahme des Tonträgerversenders JPC einer der großen Online-Versender (Umsatz 2001 geschätzt 150 Mio ¬) mit 17 Tochtergesellschaften für die einzelnen Warengruppen. Die Buch-Tochter Primus-Buch (früher: Bücherwurm) ist mit geschätzt 0,7 Mio ¬ im vergangenen Jahr einer der kleinen Player im Online-Buchmarkt. ¦LangendorfsDienst …

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Wirtschaftsumfeld – 20. Aug. 2002
Autokonjunktur bleibt mau

A propos Auto: Der deutsche Autoabsatz ist immer wieder ein interessanter, weil konjunktursensibler Indikator. Und um den ist es nicht besser bestellt als um den deutschen Buchhandel. Zwar sind nach der Statistik des Kraftfahrtbundesamts im Juli wieder fast 2% mehr Autos verkauft worden als im Vorjahr, aber das war in diesem Jahr nun wirklich die Ausnahme: In dern ersten sieben Monaten ist bei den deutschen Autohändlern ein Minus von 3% weniger verkauften Autos aufgelaufen. Räusper: Der Buchhandel mit seiner Umsatzentwicklung ist nun mal momentan wirlklich nichts besonderes. ©LangendorfsDienst …

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Wirtschaftsumfeld – 20. Aug. 2002
Euro-Inflation übt die Bodenbildung

Die Inflationsrate in der Eurozone ist im Juli auf 1,9% gestiegen, meldet Eurostat, und zeigt damit erstmals wieder aufwärts. Noch immer drücken die (voriges Jahr abnorm hohen) Energiepreise die momentane Statistik, aber schon nicht mehr so kräftig wie zuvor: Ohne Energie hätte die Inflation in der Eurozone bei 2,4% gelegen. In der EU15 lag die Rate bei 1,8%, Deutschland war im Juli das Vorbild mit nur 1,0%. Teuerungsraten von mehr als 3% gab es dafür in Irland, den Niederlanden, Portugal, Griechenland und Spanien. Räusper: Heimlich still und leise ziehen die Preissteigerungen wieder an, auch wenn es offiziell niemand so recht wahrhaben will. ©LangendorfsDienst …

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Wirtschaftsumfeld – 20. Aug. 2002
Der US-Einzelhandel wächst,

und zwar gar nicht mal so knapp. Das at das US-Handelsministerium festgestellt, nach dessen Zahlen der Juli-Umsatz um 4,8% über dem Vorjahreswert gelegen hat. Gegenüber Juni betrug der Zuwachs 1,2%, also kein schlechter Auftrieb. Aber da muss gleich Wasser in den Wein, denn der Umsatzschub beruht großenteils immer noch auf den schier unwiderstehlichen Verlockungen der Autohändler, etwa mit dem Null-Prozent-Zins. Wird diese Waffe stumpf, weil nun wirklich der letzte Autokäufer seine Kiste hat (und die Autohändler der Kosten ihrer Lockvogelangebote überdrüssig werden), dürften diese Umsätze in der Handelsstatistik wieder fehlen. Dann siehts schon schlechter aus: Die Statistiker haben sich den Spaß gemacht und die Neuwagenkäufe heraus gerechnet, und schon stieg der Einzelhandelsumsatz von Juni auf Juli nur noch um 0,2%. Fazit: Auf einem Bein soll man nicht stehen, auch der US-Einzelhandelsumsatz nicht. ©LangendorfsDienst …

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Meldungen – 19. Aug. 2002
Schweizer Preisbindung: Eher Etappensieg als

Das Schweizer Bundesgericht hat dem Buchhandel zu einem Etappensieg verholfen, indem es auf die Beschwerde von SBVV und Börsenverein hin der Wettbewerbskommission aufgegeben hat, ihr Verbot der Buchpreisbindung von 1999 nochmals zu überprüfen, und zwar "im Sinne der Erwägungen" des Bundesgerichts. Da die schriftliche Begründung noch aussteht, wissen wir noch nicht, welches genau die "Erwägungen" des Bundesgerichts sind, aber der SBVV vermutet wohl mit Grund, dass diese für die Preisbindung positiv ausfallen. Der Verband hofft, wenn die Wettbewerbskommission die Presbindung jetzt nicht mehr nur unter kartellrechtlichen Kriterien bewerten soll, dass sie sich dann insbesondere die inzwischen fertige Prognos-Studie zur Brust nimmt, die zum Schluss gekommen ist, dass die Nachteile einer Abschaffung der Preisbindung die Vorteile überwiegen. Sollte die Kommission sich bei ihrer neuen Entscheidung nicht weit genug bewegen, bliebe ausser dem erneuten Rechtsweg immer noch die politische Option: Der Bundesrat hatte die Prognos-Studie in Auftrag gegeben und könnte eine politisch motivierte Befreiung vom Kertellverbot aussprechen. Die Preisbindungs-Aktie steigt weiter im Kurs. Noch ein positives Indiz: Die Neue Züricher Zeitung, eine der Speerspitzen der Preisbindungs-Gegner, reagierte ziemlich säuerlich auf den Bundesgerichts-Entscheid. Der sei "einstweilen nur ein Orakel im Streit um Buchpreise". ©LangendorfsDienst …

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